Cover: Aus Politik und Zeitgeschichte, Kulturpolitik, 49/2025

Birgit Mandel

Kulturelle Teilhabe im Wandel

LiteraturreviewB16 Besucherservice und Besucherforschung

Kulturelle Teilhabe im Wandel

Die Autorin

Birgit Mandel

  • Professorin für Kulturvermittlung und Kulturmanagement
  • Direktorin des Instituts für Kulturpolitik der Universität Hildesheim

Die Zeitschrift

Aus Politik und Zeit­geschichte

  • 75. Jahrgang, 49/2025
  • erschienen am 29. November 2025

Die Herausgeberin

Bundeszentrale für politische Bildung

  • Bundesbehörde mit Sitz in Bonn

Das Konzept in vier Schritten

01

Was ist kulturelle Teilhabe?

02

Empirische Dimensionen

03

Potenziale für Demokratiefähigkeit

04

Debatte um Kulturteilhabe

Leitfrage

Wie lässt sich kulturelle Teilhabe chancengerechter gestalten?

Drei Formen der Kulturteilhabe

1

Publikum und Rezipient:in

2

Künstler:in

3

Partizipative Mitbestimmung

Kulturelle Aktivität und Kulturnutzung der Bevölkerung ab 18 Jahren

Mindestens einmal pro Woche

Hören, Schauen, Lesen

Musik hören
92 %
Filme/Serien zu Hause
85 %
Social Media nutzen
61 %
Bücher lesen
53 %

Selbst künstlerisch aktiv

Instrument spielen/lernen
8 %
Gesang/Chor
6 %
Tanzschule/Ensemble/Ballett
4 %
Theater spielen
1 %

Mindestens einmal in den letzten 12 Monaten

Kulturorte besuchen

Kino
52 %
Ausstellungen
44 %
Rock-/Popkonzerte
39 %
Theater
29 %
Klassische Konzerte
22 %
Musicals
16 %
Oper/Ballett/Tanz
14 %

Quelle: forsa im Auftrag der Liz Mohn Stiftung (2025), bundesweit repräsentative Befragung der Bevölkerung ab 18 Jahren.

Ringschluss

Kulturelle
Teilhabe

Kulturelle
Bildung

Potenziale für Demokratiefähigkeit

81 %

sehen Kultur als Beitrag zur Demokratie

  • Künste zeigen unterschiedliche Perspektiven
  • Helfen, Toleranz zu entwickeln

86 %

wollen Theater mindestens so hoch staatlich gefördert sehen wie bisher

nur 8–10 % gehen selbst regelmäßig ins Theater

49 %21 %

finden Kulturangebote weniger wichtig als andere öffentlich finanzierte Bereiche

18–24 Jahre über 60 Jahre

Quelle: Liz Mohn Stiftung / forsa, Relevanzmonitor Kultur 2025.

Zwei Argumentationsstränge

1

Chancengerechte Teilhabe

2

Diversität der Angebote

Drei Ebenen

Strategien zur chancengerechten kulturellen Teilhabe

Ebene 1

Subjekt

Ebene 2

Kultureinrichtung

Ebene 3

Kulturpolitik

Fazit und Kritik

Fazit

  • Teilhabe wird nur dann chancengerechter, wenn Kultur und Bildung zusammenarbeiten
  • … und wenn Politik nicht nur die Kulturproduktion fördert, sondern auch den Zugang für alle ermöglicht

Kritik

  • Mandel spricht aus der Perspektive der Einrichtungen und der Kulturpolitik – die Perspektive der Besuchenden und Nicht-Besuchenden fehlt
  • Besucherforschung kann z. B. mit qualitativen Methoden deren Blickwinkel sichtbar machen